Dienstag, 20. Februar 2007

lago di titicaca / MachuPicchu


¡Hola!

Dann probier ich es mal wieder...

Letzstand war Puno - eine kleine dreckige Hafenstadt, die ich mir ca. so wie die Slumviertel von Mexico City und der Clemo diese sich wie Rio de Janeiro vorstellt eben nur kleiner. Nun muss man ja so beginnen, dass in Peru im Februar Karneval ist und dies hier mit vielen Taenzen und Streichen auch lebhaft zelebriert wird. Es ist zb. Brauch Wasserbomben bzw. mit Wasser gefuellte Kuebel auf die Leute zu schmeissen. Vor allem vorbeifahrende Autos mit offenen Fenstern sind da gerne das Opfer. Gegenueber Touristen sind die Verbrecher meistens zwar etwas schuechtern aber auch wir wurden schon Opfer solcher hinterhaeltigen Angriffe. Ein weiteres Tool dieser Streichserie ist Spruehschnee. Diesen gibt es fast ueberall zu kaufen. Natuerlich haben auch wir uns das auch nicht nehmen lassen und fleissig zurueckgesprueht....Zwischen 2. und 15. Februar ist dort uebrigens ein grosses Fest (Fiesta de la Virgen de la Candelaria) wo ziemlich viele "Trachtenvereine" ihre Kostueme praesentieren und tanzen und natuerlich auch trinken. Da sollte es dann auch ein paar nette Fotos geben. :-)

Also weiter in der Handlung:
Naechster Tag Bootstour zur Isla Amantani wo wir in einer Lehmhuette (=Adobe) der dort ansaessigen Bewohner untergebracht wurden. Das ist dort so eine Regelung, dass es keine Hotels gibt und die Touristen bei Einheimischen wohnen. Eigentlich nicht schlecht, da die Leute dort sonst kaum ein Einkommen haetten. Der Lago di Titicaca ist uebrigens der hoechste beschiffbare See auf 3.800 Metern Hoehe und gehoert zu 60% Peru und zu 40% zu Bolivien. Auf Amantani gingen wir dann noch auf einen Berg womit wir auf 4.130 Metern ueber Normalnull waren. Da ist jede Anstrengung doppelt so hart. Ansonsten gab es auf der Insel nicht viel zu sehen. Die Einheimischen sprechen dort noch groesstenteils Quechua, die alte Sprache der Inka. Fliessend Wasser und Strom ist dort auch noch Luxusware. Aber die Landschaft war wirklich wunderbar und die Leute sehr nett. Am Abend gab es auch noch eine Fiesta fuer Touristen...naja.

Naechster Tag:
Isla Taquile. Diese war eigentlich sehr aehnlich zu Amantani. Angeblich soll diese fuer die dortigen strickenden Maenner bekannt sein, welche aber anscheinend gerade auf Betriebsausflug waren. Dann ging es noch weiter zu den Uro-Inseln, welche auch floating islands genannt werden, da diese aus Schilf gebauten Inseln frueher einfach im See herumtrieben. Jetzt sind diese befestigt damit sie nicht nach Bolivien rueberdriften. Die Inseln die wir besucht haben waren reine Schauobjekte fuer Touristen, wo niemand mehr wohnt. Aber anscheinend gibt es auch noch welche, wo Leute darauf wohnen. Das Anstrengende daran ist, dass das Schilf nach ein paar Monaten wieder erneuert werden muss, da sonst die Insel untergeht...

Der nachste Tag sollte dann schon die letzte Busreise unseres Trips darstellen und zwar in die grossartige Stadt Cusco!!!

Cusco gilt als frueheres Zentrum Peru´s. Der von den Inka geschaffene "Nabel der Welt". (Cusco=Nabel) Die Hauptstadt Lima wurde erst von den Spaniern gegruendet. Cusco vor dem Einfall Pizarros ueberwaeltigend gewesen sein. Ueberall Gold und Reichtum und so. Nachdem die Spanier alles Gold gepluendert hatten, sieht man heute nicht mehr so viel davon. Witzig ist auch dass die Spanier es nicht geschafft hatten der Stadt ihre Bauwerke aufzudraengen, da diese immer wieder von Erdbeben zerstoert wurden. Im Gegensatz zu jenen der Inkas, welche schon damals erdbebensicher gebaut hatten. Deshalb sind heute noch bei vielen Kirchen etc. die Grundmauern der Inkabauwerke zu sehen.

Cusco ist wirklich um einiges schoener als alle bisherigen Staedte un es gibt viel zu sehen. Leider ist diese Stadt total auf Tourismus ausgerichtet, wodurch der urspruengliche Flair etwas verlorengeht und sich auch preislich auswirkt. Cusco ist auch der Ausgangspunkt fuer Macchu-Picchu (MP), welches wir nach drei Tagen Aufenthalt auch in Angriff nahmen. Nach MP kommt man auf viele verschiedene Arten:
*) zu Fuss ueber den Inka-Trail -> 4 Tage, extremer Andrang und viel zu teuer, da nur mit Fuehrer moeglich
*) ueber Umwege mit dem Bus -> dauert ein paar Tage und ist sehr kompliziert
*) per Zug -> 4 Stunden Fahrt fuer 100 km und teuer
*) etc.

Wir beschlossen eine zweitaegige Tour (Anreise per Zug -> Uebernachtung im naechstgelegenen Ort und am naechsten Tag Fussmarsch nach MP) zu machen. Zum Zug alleine gibt es ja schon einiges zu berichten, aber das folgt dann muendlich...
Bei Ankunft regnete es und wir befuerchteten schon schlechtes Wetter. Aber der naechste Tag ueberraschte mit Sonnenschein...

Nach einem einem harten Aufstieg erreichten wir gegen 07.00 Uhr MP. Das ist die Zeit wo noch weniger Leute dort sind, da der Zug erst um zehn Uhr eintrifft. Nach einem Fruehstueck betraten wir die Anlage und wurden ueberwaeltigt. Auf ca. 2.500 Metern haben die damals eine Anlage hingebaut, welche man schon mit eigenen Augen gesehen haben muss. Deshalb spare ich mir jegliches Kommentar darueber. Auf http://www.mp360.com/ kann man sich das Ding aber vorab ansehen. Zwischendurch bin ich noch schnell auf den Waynapicchu (angrenzender Berg) rauf, von wo aus man MP von oben sehen kann, was auch sehr cool war, da der Aufstieg doch etwas spektakulaer ist. Doch dazu mehr, wenn wir wieder zurueck sind.

Heute sind wir jedenfalls wieder in Cusco und am 22. geht es dann in den "Jungle" (per Flugzeug da: Flugzeug: 40min; Bus: 20h). Am 26. fliegen wir vom Dschungel nach Lima und am 28. folgt noch ein Tag in Madrid bevor wir dann nach Wien zurueckkehren.

Dies ist vielleicht der letzte Blog-Eintrag von mir, weshalb ich jetzt schon etwas wehmuetig zurueck doch gleichzeit mit Freude auf die Rueckkehr nach vor blicke.

so long und viel Spass noch...
bernd

Werte Frau OE.: Fuer etwaige Ungereimtheiten mit anderen Erzaehlungen uebernehme ich keine Haftung und verweise auf die kuenstlerische Interpretationsfreiheit ;-)

Mittwoch, 14. Februar 2007

Puno & Co

Liebe Leute!

seit dem letzten blog-eintrag sind ja einige tage vergangen. in der naechsten halben stunde werde ich versuchen diesen mangel an information auszugleichen und den werten leser zum ist-zustand zu bringen.

nachdem wir also die seeloewen und das ganze getiere hinter uns gelassen hatten begaben wir uns nach ica und von dort gleich weiter in die nahe gelegene huaccachina-oase. diese liegt inmitten einer wueste und ist eigentlich ganz nett anzusehen. laut reisefuehrer war dort frueher schon einmal mehr wasser und weniger umweltverschmutzung. umweltverschmutzung ist ja hier ueberhaupt so ein thema. kurzum ein mistkuebel gleicht einer seltenen pflanze. nachdem wir dort ein nettes plaetzchen gefunden hatten hiess es erst einmal entspannen. pool und ausreichend sonne war ja vorhanden. zwischendurch habe ich einen kleinen erkundungsgang auf eine der umliegenden duenen gestartet, was mir damals noch sehr eindrucksvoll vorkam. am "gipfel" der duene blickte man naemlich auf tausend weitere duenen, der wind und sand bliess einem um den kopf und man konnte sich kurz vorstellen, wie es sein muss, darin verloren zu gehen. am naechsten tag aenderte sich dieser eindruck aber, als wir mit dem strandbuggy darin herumfuhren. unzaehlige touristen in unzaehligen strandbuggys durchschnitten diese einsamkeit wie der schall die stille :-). dennoch war es ziemlich lustig, auch das inkludierte sandboarding brachte den noetigen spass. obwohl ich nach mehreren stuerzen auf die "maedchen"-methode umstieg (mit dem bauch auf das brett legen). zwischendurch waren wir dann auch mal im museum, was aber nicht ganz so spannend war...

next stop - nasca:
nasca hat eigentlich bis auf die beruehmten geoglyphen nicht viel zu bieten. ein kleiner ort (pueblo) mit hauptplatz und ein paar hotels. aber natuerlich liessen wir uns die geoglyphen nicht nehmen und so kam es, dass wir kurz nach ankunft in einer cesna ueber den nasca-lines unsere runden drehten. die figuren wirken von oben zwar etwas klein verlieren dadurch aber nichts an ihrer besonderheit. am selben abend setzten wir uns noch in einen nachtbus richtung aerequipa.

aerequipa:
nach einer langen fahrt, die unter tags anscheinend sehr eindrucksvoll sein soll, erreichten wir frueh-morgens aerquipa (aq). umringt von einigen vulkanen und zwei bergen, welche ueber 5000m hoch sind - aq selbst liegt auf ca. 2800 m - war hier zum ersten mal das klima etwas kuehler. dennoch war ich ueber die frische luft - endlich! - erfreut. nachdem wir uns in ein hotel eingenistet hatten und uns irgendwie eine zweitaegige tour fuer den colca-cañon am selben reservierten (im nachhinnein kommt mir das schon extrem hart vor) war unser tagesplan schon wieder vorbestimmt. ein paar sachen am markt gekauft und uns dann ausgeruht, damit wir die um 1.00 uhr morgens beginnende tour gut ueberstehen.

colca-cañon:
dieser teil der geschichte bedarf ja einer laengeren erzaehlung - aufgrund des zeitmangels und langweilen will ich ja auch niemanden - werde ich nur die "highlights" auflisten.

ca. 7.30 ankunft im ort nahe des cañons. nachdem wir uns mit unserem guide (wir waren zu dritt) auf den weg gemacht haben sahen wir gegen 10.00 uhr (ca. 1/3 des abstiegs) das wappentier perus. Condore! Zum Cañon selbst gibt es uebrigens noch zu sagen, dass er tiefer als der Grand-Canyon ist, sofern man vom berg aus zu messen beginnt, und dort noch immer einige "urvoelker" leben und zweimal in der woche raufmarschieren um obst und fruechte gegen getreide oder sonstiges zu tauschen. wir gingen jedenfalls gut gelaunt auf grund des schoenen wetters, den condoren und ueberhaupt, weiter richtung tal. *langermarsch* kurz vor unserem nachtlager begann mein magen probleme zu machen *anstrengende nacht und viel tee fuer den magen* gegen drei uhr morgens wurden wir geweckt um uns an den aufstieg zu machen *clemo magenschmerzen uebelkeit (bei mir ging es wieder besser)* nach wirklich harten dreieinhalb stunden waren wir wieder an unserem ausgangspunkt angelangt (ca. 2400 hoehenmeter in 24 stunden). der rest war ein kinderspiel. auf der rueckreise besuchten wir noch die sogenannten heissen quellen (wirklich heisses wasser vom vulkan), welche uns und unseren beinen sehr gut taten. den naechsten tag verbrachten wir dann zwischen bett und klo. ja, und dann schenkten wir uns nichts und fuhren gleich weiter nach puno.

puno und der titicaca-see:
nachdem ich jetzt schon etwas schreibmuede bin werde ich das auf naechstes mal verschieben. auf jeden fall geht es uns gut!

was tut sich denn so in good old austria?

bis zum naechsten mal und liebe gruesse aus puno - bernd

Sonntag, 4. Februar 2007

Living in Peru


Hola mi amigos!

Dann probier ich mal ein paar Eindruecke wiederzugeben. Heute ist bereits der vierte Tag in Peru - genauer gesagt in Pisco - und eigentlich haben wir schon ein paar sehr coole Tage gehabt. Die Ankunft und das anschliessende Taxi war natuerlich sehr klassisch. Auf Grund einiger Geschichten und der schon fortgeschrittenen Stunde haben wir uns gleich ein Taxi am Flughafen genommen. Der erste Preisvorschlag lag bei 25 Dollar, was wir dann auf 12 runtergehandelt haben, im Endeffekt aber noch zu teuer war. Egal. Lima mit seinen (ich weiss es jetzt gar nicht mehr auswendig) zig-Millionen Einwohnern erscheint auf dem Weg vom Flughafen in die Stadt sehr verarmt und schmutzig. Zum Zentrum hin aendert sich das aber. Der Tourismus boomt anscheinend sehr, weshalb es viele Bars und Restaurants mit Leuten davor gibt, die dir was verkaufen wollen. Im Gegensatz zu den bisherigen Erfahrungen akzeptieren die Peruaner aber ein ¡no gracias! und bleiben freundlich. Ueberhaupt fallen die Einwohner sehr positiv durch ihre freundliche und nicht nervende Art auf. Dennoch ist mir die Stadt schon fast zu gross und zu laut. Das Zimmer hatte einen durchgehenden Laermpegel, welchen ich noch nie erlebt habe. Gut, dass ich die Ohropacks dabei habe... :-)

Der zweite Tag begann mit einer kleinen Stadtbesichtigung - schoene Altbauten, einige Kirchen, viel Polizei und ein grosser Markt. Am Markt haben wir dann auch gleich die Bekanntschaft mit einem Einheimischen in unserem Alter gemacht - Franco. Nach einem anfangs sehr skeptischen small-talk landeten wir mit ihm in einem Bus Richtung Strand. Nach ein paar Bier und allen Kuensten meiner Sprachkenntnisse verstanden wir uns eigentlich ganz gut, womit einem Discobesuch nichts mehr im Wege stand. Somit brachen wir am ersten Tag alle Vorsichtsmassnahmen eines Trampers und fuhren in einen Randbezirk Limas mit einem "Fremden", was mir kurz schon seltsam vorkam. Die Risikifreude wurde belohnt und wir hatten einen doch sehr netten Abend. Obwohl wir "jetlagbedingt" etwas zu frueh gingen.

Ja und nun sind wir in Pisco, wo alles ruhiger und billiger ist. Bis auf die Halbinsel Paracas hat der Ort nicht viel zu bitten, weshalb wir ihn auch morgen wieder verlassen werden. Paracas war unser heutiges Ausflugsziel. Bootsfahrt, Seeloewen, Pinguine (kommen hier ueber den Humboldstrom), Babyseeloewen, zehntausende Voegel, der Dreizack und eine Felsformation namens "La Catedral" waren Hoehepunkte des Tages. Ausserdem haben wir bekanntschaft mit drei Argentinierinnen und einer Spanierin gemacht, welche uns dann weitere Tipps gegeben hat. Und morgen geht es dann weiter nach Ica.

Habe aufgrund des Strandbesuchs am ersten Tag uebrigens gleich einen heftigen Sonnenbrand abbekommen. Mein Spanisch ist leider immer noch sehr duerftig aber irgendwie kommen wir damit durch. Ja und die peruanische Kueche ist sehr unterschiedlich. Heute habe ich zum Beispiel einen wirklich ausgezeichnet Fisch gegessen wohingegen die vorhergenden Tage kulinarisch nicht so der Wahnsinn waren. Ja was kann man sonst noch sagen...es ist einfach schoen und weitere Abenteuer stehen schon vor der Tuer....

Schoene Gruesse an euch alle und bis bald....